Interview des Monats:
11/2004 mit Thorsten Mewes (Gitarre)

Die Fragen wurden von Die Happy Fans gestellt:

Wann hast du mit dem Gitarre spielen begonnen? Beherrscht du auch noch andere Instrumente?
Nachdem ich erfolglos elektrische Orgel gespielt habe begann ich mit 11 Jahren autodidaktisch Gitarre zu spielen. Beherrschen kann man es zwar nicht nennen, aber Bassgitarre und etwas Drums kann ich auch spielen.

Gibt es Vorbilder, an denen du dich orientierst (die dich inspirieren)?
Ich lass mich durch viele Künstler inspirieren, ein direktes Vorbild gibt es aber nicht. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Genre die Musik kommt, sie muss mich treffen und vor allem muss es grooven.

Auf was freust du dich besonders, wenn ihr mal wieder auf Tour seid? Was nervt dich auf Tour?
Auf Tour ist es immer das Schönste, wenn man nach dem Konzert total erledigt in den Nightliner steigt und es weitergeht zum nächsten Gig. Man sitzt noch zusammen und quatscht über das Konzert, trinkt vielleicht noch ein Bierchen oder zockt an der Playstation. Genervt bin ich, wenn das Frühstück lieblos ist – dann ist der Tag eigentlich schon gelaufen. Da kann mich dann nur noch das Konzert befriedigen.

Wie hat sich dein (euer) Leben im Lauf der Zeit verändert?
Am Anfang fuhren wir mit einem Sprinter, luden die Backline aus und halfen beim Aufbau mit. Keiner wusste, wie viele Leute zum Konzert kommen würden und nach 2 Wochen Tour waren wir alle körperlich total am Ende. Heute haben wir eine perfekte Crew, die sich um alles kümmert. Das Schöne daran ist, dass man sich endlich wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann: Musik machen.

Was würdest du als deine persönliche Schwäche bezeichnen (außer den Frauen natürlich)? Was zeichnet dich aus?
Schwach war ich immer schon in fast jeder Sportart im Vergleich zu Ralph und Jürgen. Deshalb habe ich ja angefangen Golf zu spielen. Dort kann ich mich ebenbürtig mit Jürgen messen – im Moment habe ich da sogar die Nase weit vorn.
Und meine Stärke liegt ganz klar darin, dass ich Dinge stets sehr konsequent verfolge – allerdings ist das auch meine größte Schwäche, denn dabei bleibe ich oft in meiner Konsequenz stecken und mir fehlt dann manchmal etwas Objektivität.

Was war dein größter Fehler?
Ich begehe fast täglich Fehler – das Schöne daran ist, dass man aus Fehlern lernen kann. Aber einer meiner größten Fehler war, mit 18 zu glauben, ich wäre erwachsen. So langsam fühle ich mich so – allerdings bin ich jetzt 32.

Welche Live- Locations würden Dich reizen (Stadt, Land, Event)?
Ich war ein großer Scorpions Fan und seit ich mit 10 Jahren Luftgitarre zu TOKIO TAPES mit meiner Luftgitarren Band THE LIONS gespielt habe, ist Japan ein riesen Traum von mir. Dort auf Tour zu sein stell ich mir wirklich großartig vor.

Die Happy sind mittlerweile recht bekannt – ist es für Dich lästig Interviews zu geben?
Es kommt immer auf den Interviewpartner an. Wenn Jemand Interesse zeigt macht es total Spaß. Ich glaube, Marta hat es da viel schwerer als wir Jungs, denn wir teilen die Interviews durch 3 – Marta ist bei fast jedem dabei. Lästig sind eigentlich nur Dot.com Interviews – dort ist die Leserschaft doch eher gering und man fragt sich dann schon oftmals, warum man so viel Energie daran verschwendet.

Gibt es ein Lied, dass du besonders gerne (live) spielst oder das dich jedes Mal auf´s Neue herausfordert?
Ich spiele sehr gerne BIG BOY. Das rockt gut los und ist extrem easy zu spielen. Das „problematischste“ Stück ist für mich Slow Day – aber nach der unplugged Tour ist auch das kein Problem mehr.

Gibt es eine Band mit der ihr gerne zusammen auftreten würdet?
Also ich kann da nur für mich sprechen. Es wäre ein absoluter Hammer mit U2 zu spielen – eine der genialsten Livebands dieser Erde.

Was hältst du von Bands wie den H-Blockx, die große Erfolge mit Coversongs feiern? Kommt für euch ein Cover überhaupt in Frage (auch wenn es typisch nach Die Happy klingt)?
Wir haben stets gesagt „NIEMALS eine Coverversion“. Mittlerweile muss ich sagen: Wenn es zu einem bestimmten Anlass ist (z.B. Tribute Album), würden wir das sicher auch machen. Allerdings würden wir nie eine Coverversion als erste Single veröffentlichen – da fällt uns vorher immer noch etwas eigenes ein.

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, was würdest du anders machen? Gibt es Songs, die ihr nicht mehr oder anders veröffentlichen würdet?
Wir hatten so viel Zeit für das Supersonic Speed Album und so wenig für Beautiful Morning, das würde ich sehr gerne besser aufteilen. Ich mag beide Alben total, nur die Art, wie sie entstanden sind, war nicht perfekt. Deshalb haben wir uns auch für das 4. Album endlich mal den Luxus ZEIT gegönnt.

Hast du dir vor 10 Jahren deine Karriere so vorgestellt? Bist du damit zufrieden?
Wir wussten immer, dass wir mit DIE HAPPY durchstarten wollten. Leider hat es immer länger gedauert, die gesteckten Ziele zu erreichen, als gedacht. Deshalb habe ich noch die Hoffnung, doch noch einen lang gehegten Traum zu verwirklichen: Die goldene Platte.

Hättet ihr das „Goodbye“-Video anders gedreht, wenn ihr gewusst hättet, dass es später zensiert wird?
Nein. Uns hat das Treatement auf Anhieb gefallen und wir würden das sicher wieder so machen, wenn wir vor der selben Wahl stehen würden.

Wäre dir eine offizielle Auszeichnung (z. B. Echo, Grammy,…) wichtig?
Als einen Grammy werden wir sicher nie bekommen, aber ein Echo wäre schon ein gewisser Lohn für die harte Arbeit. Leider gehören wir nicht zu der Kategorie Bands, die cool oder intellektuell genug sind, eine solche Auszeichnung zu bekommen – aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Hast du ein bestimmtes Ziel, auf das du hinarbeitest?
Es gibt im Moment nur das Ziel, die beste Platte des Jahres zu machen. Danach visieren wir dann das nächste Ziel an – immer schön eins nach dem anderen. Wenn es ein Fernziel gibt, dann das, mit DIE HAPPY alt werden zu können.

Wie sehen deine (eure) Pläne für 2005 aus?
Songs schreiben, ins Studio gehen, vielleicht ein paar Festivals spielen, dann eine Monsterplatte veröffentlichen und eine fette Tour drauflegen.

Viele Leute halten das letzte Album (Weigth of Circumstances) für das poppigste und kommerziellste Album! Nerven dich solche Kommentare?
Wir haben beim letzten Album ganz bewusst die Grenzen noch weiter hinausgeschoben. DIE HAPPY ist einerseits eine sehr harte Band, aber wir sind auf der anderen Seite auch sehr poppig. Das wird immer so bleiben – mit Kommerz hat das nichts zu tun, das ist einfach nur die Liebe zur Musik.

Bei den drei Platten habt Ihr immer mehr die Grenzen ausgelotet. Was erwartet uns auf dem neuen Album ? Überrascht dich, dass der größte Teil der DH Fans das Supersonic Speed Album als ihr Lieblingsscheibe von euch angeben?
Ich glaube, es gibt viele Fans, die das erste Album gar nicht kennen. Und als „echter“ Fan ist es auch ein Mittel, sich zu profillieren, in dem man Supersonic Speed als das Beste Album darstellt. So nach dem Motto: Ich kenne Die Happy schon von Anfang an. THE WEIGHT OF THE CIRCUMSTANCES ist für mich persönlich das Album, welches uns am besten repräsentieren kann. Zum 4. Album möchte ich noch nicht so viel sagen – aber neu erfinden werden wir uns sicher nicht.

Was unterscheidet euch von allen anderen Bands?
Es gibt eigentlich kaum Unterschiede zu anderen Bands. Wir haben auch einen Bass, Drums, Gitarre und eine wahnsinnig gute Sängerin. Aber live geben wir den Menschen so viel positive Energie und unsere Songs sind kleine Helfer in fast jeder Lebenslage. Das macht uns glaube ich so speziell.

Macht ihr nach eurer Dezembertour bis zum Herbst Konzertpause oder können wir euch auf einigen Sommerfestivals live erleben?
Wir spielen sicher das eine oder andere Festival im Sommer.

Was ist für Dich wichtig in Bezug auf den Kontakt zu den Fans. Das Konzert, der Plausch danach oder die Aktionen z. B. im Streetteam, Fanclub etc?
Ich liebe es ONLINE zu sein. Daher ist für mich auch die Homepage und eMail Verkehr sehr wichtig. Ich setze mich nach jedem Gig hin und schreibe einen kleinen Tourbericht. Der persönliche Kontakt wird immer schwieriger zu verwirklichen. Es gibt bei jedem Konzert so viele Dinge, die man erledigen muss und oft sind auch gute Freunde da, die man fast nie sieht, weil man so viel unterwegs ist. Da bleibt das obligatorische Autogramme schreiben und quatschen leider oft auf der Strecke.

Zum Schluss noch die obligatorische Frage: Was wünschst du dir vom Fanclub bzw. wie kann euch der Fanclub (vielleicht gerade in der tourfreien Zeit) unterstützen?
Ich wünsche mir, dass sich im Fanclub viele DIE HAPPY Fans finden, sich austauschen und eine gute Zeit zusammen haben. Die Interviews mit den Bandmitgliedern ist eine tolle Aktion, um den Kontakt nach „draussen“ zu halten, während man im Studio an der neuen Platte schraubt.

thorsten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*