Interview des Monats:
09/2004 mit Ralph Rieker (Bass)

Die Fragen wurden von Die Happy Fans gestellt:

1. Wann hast du mit dem Bassspielen begonnen?
Als kleiner Junge hab ich zuerst mit Klavier und dann Gitarrespielen angefangen und mit meinem Bruder (Schlagzeug) und meinem Vater (Klavier) meine erste Band gehabt und dann so im Alter von ca. 14-15 Jahren angefangen in dieser Band Bass zu spielen. Dann hab ich als nächstes als 16-jähriger in einer BigBand gespielt und dann nach und nach eigene Bands gegründet und in anderen mitgespielt … in meinen besten Tagen hatte ich 6-7 Bands zur selben Zeit … wow, war das ein Stress …

2. Gibt es Bassisten, an denen du dich orientierst (der dein Vorbild ist)?
Klar, es gibt immer Bassisten an denen man sich orientiert. Das wechselt nur immer wieder. Es gibt in meinem Leben eigentlich nur eine Bassistin, die mich, denke ich, mehr geprägt hat als alle anderen: Me´shell Ndegeocello. Diese Frau hat so viel Feeling … das gibt’s nicht.

3. Übst du täglich oder reichen dir die Liveauftritte?
Nein, ich übe nicht täglich. Auf Tour spielt man ja eh jeden Tag, wobei ich es immer gut finde, wenn man vor dem Auftritt kurz sein Instrument in die Hand nimmt und ein wenig drauf spielt. Ansonsten ist das dann eher phasenweise mal mehr mal weniger. In der auftrittsfreien Zeit nimmt dann jeder von uns auch gerne eine Gitarre zur Hand, um auf neue Songideen zu kommen. Und damit verbringt man dann auch viel Zeit. Im eigenen kleinen Homestudio Drums programmieren, Gitarren einhämmern und der Versuch auf schöne Gesangsmelodien zu kommen.

4. Wie motivierst du dich auf der Tour, jeden Abend auf´s Neue alles zu geben?
Oft muss man sich dazu gar nicht selbst motivieren. Man wird durch bestimmte Dinge automatisch dazu motiviert. Publikum, Atmosphäre, neue Songs die man spielen möchte, Blickkontakte … also das Publikum motiviert mich wohl am meisten. Wenn du siehst wie Menschen zu dem was du und der Rest der Band da gerade auf der Bühne machen Emotionen zeigen, dann ist das das schönste, was einem passieren kann.
Auch motiviert mich immer noch oft genug die eigene Band … wir haben zum Glück nach all den Auftritten immer noch viel Spaß auf der Bühne und können uns auch bei schwierigen Auftritten sehr gut selbst motivieren.

5. Wie schwierig ist es, den ständigen Verlockungen (Alkohol, Drogen, Partys,…) des Buisness zu widerstehen?
Oh … sehr schwierig … Aber ich komme damit eigentlich sehr gut klar, auch wenn ich diesen Dingen nicht widerstehe. Man darf eben nichts übertreiben. Und feiern gehen gehört gerade schon mit zu meinen Lieblingsbeschäftigungen … Aber das muss man einfach auch ausleben, wenn die Zeit dafür da ist … das wird auch wieder anders werden … lerne einfach gerne Menschen kennen und man hat schon oft lustige Begegnungen an solchen Abenden … und Alkohol und Abends ein paar Zigaretten gehören schon seit langer Zeit zu den einzigen Drogen denen ich nicht widerstehen kann. Bin ein absoluter Partyraucher …

6. Gibt es Locations / Städte, in denen du besonders gerne spielst? Wo möchtest du unbedingt mal auftreten?
Ja … denke schon … Es ist immer besonders spannend in der Heimat, also für mich Stuttgart und seit einigen Jahren eben auch Ulm, zu spielen. Dann ist Hamburg eben auch immer cool, weil ich da viele Menschen kenne und dort musikalisch viel passiert ist. Was die Locations angeht ist es natürlich sehr cool auf großen Festivalbühnen vor Tausenden von Leuten zu spielen. Unvergessen sind hier Rock am Ring/Rock im Park, Taubertal, Highfield, Southside, Gurtenfestival … oh da gibt es dann doch einige. Wo ich natürlich unbedingt mal auftreten will ist in Asien. Wir hoffen, dass dieser Traum in den nächsten Jahren in Erfüllung geht.

7. Wie nervig sind eigentlich Interviews für dich?
Eigentlich sind Interviews immer nur dann nervig, wenn der Journalist nicht gut vorbereitet ist. Wenn interessante Fragen kommen und das alles eher ein ungezwungenes Gespräch wird, dann macht mir das eigentlich oft großen Spaß.

8. Wann gehen dir Fans auf die Nerven?
Wenn sie keinen Respekt vor dir haben. Wenn mich jemand freundlich anspricht dann tu ich fast alles für ihn … Aber Fans die z.B. kein Verständnis haben, wenn es nach der Show mal ein paar Minuten länger dauert bis man Autogramme gibt, oder die, die ihr 1 millionstes Autogramm von dir wollen … das nervt schon mal …

9. Wie erhältst du dir deine Privatsphäre auf Tour oder gibt es da keine?
Das ist schwierig … eigentlich gibt´s die fast nicht. Im Bett den Vorhang zu ziehen und dann beschränkt es sich schon mal auf die Größe der Matratze. Manchmal ziehe ich mich dann auch ganz bewusst zurück und gehe tagsüber oft mit Marta in die Stadt … Auf der anderen Seite bin ich ja mit meiner Band-„Familie“ unterwegs und das ist ja auch Privat … wir kennen uns mittlerweile so gut, dass ich meine Privatsphäre gut mit den anderen Dreien teilen kann.

10. Was machst du in deiner „die happy freien“ Zeit am liebsten?
… na im Moment feiern gehen … und dann kümmere ich mich gerne um meine kleine T-Shirt Firma (Wong Paradise Tours) die ich mit Marta habe. www.enjoywong.com – nur so nebenbei. Das heißt Shirts am Rechner entwerfen, die Homepage (sowohl Die Happy als auch Wong Paradise Tours) gestalten und pflegen. Dann sehr gerne Sport machen … Jürgen im Tennis vom Platz schießen oder auch geschossen werden … oder wegfahren/fliegen … auch sehr gerne mit meinem neu erstandenen Wohnwagen.

11. Warum hattet ihr bisher noch nie „Artworks“ auf einem eurer Plattencover, sondern „nur“ Fotografien?
hmm … gute Frage … Weil wir das am Anfang cool fanden und dann so was wie einen roten Faden beibehalten wollten … Aber das kann sich schon auch ändern … Außerdem ist es auch extrem cool, wenn du durch den Plattenladen läufst und plötzlich in dein eigenes Gesicht schaust.

12. Was ist deine Lebensphilosophie?
Da gibt es eigentlich mehrere … wichtig ist „be original“ … es ist mir sehr wichtig mich selbst kennenzulernen und so auch zu leben, also möglichst viele Masken ablegen und so zu sein, wie man ist und eben auch zu wissen was man selber will und seine Wirkung auf andere Menschen zu beobachten. „Positives bewirkt Positives“ … ich denke, so wie man in den Wald hineinruft, hallt es auch zurück, oder – wer gibt, bekommt auch viel zurück … und dann natürlich „die happy“ … irgendwann, nicht zu früh, nachdem ich mir meine Träume erfüllt habe und ein für mich glückliches Leben hatte, dann glücklich zu sterben.

13. Welche Ziele strebst du mit Die Happy noch an?
Na die Welt erobern … also schon noch sehr lange mit den Jungs und dem Mädel Musik machen, die Welt bereisen, Konzerte geben und gute Platten aufnehmen. Die Ziele wachsen mit jedem Jahr. Manche erreicht man und es kommen dann immer wieder neue dazu. Das nächste Ziel ist auf jeden Fall eine gute vierte Platte zu machen und eine schöne Tour im Dezember.

14. Was würdest du alles für deine Karriere aufgeben? Wo wären deine Grenzen?
Wir haben denke ich alle schon sehr viel in unserem Leben dafür geopfert, aber wenn man was wirklich will, siehst du das nicht mehr unbedingt als Opfer … So steht Karriere oder besser gesagt, das was ich liebe und wofür ich lebe schon an erster Stelle und dafür gebe ich viel. Eine Grenze wäre bestimmt das Gesundheitliche. Wenn ich merken würde, dass es mir nicht mehr gut tut, wäre eine Grenze erreicht.

15. Was wünschst du dir vom Fanclub?
Ich würde mir wünschen, dass sich da Menschen mit gleichen Interessen treffen und viel viel Spaß zusammen haben, sich in irgendeiner Art auszutauschen und Erlebnisse zu teilen.

16. Was würdest du machen, wenn du mal einen ganzen Tag eine Frau sein dürftest?
Na tolle Frage: Da gibt es ja den Klassiker … den ganzen Tag an mir rumspielen .. hahaha. Nee, keine Ahnung! Ich denke ich würde versuchen beim Einparken nicht all zu schlecht auszusehen und hoffen, es wäre keiner dieser Tage an denen man Unterleibsschmerzen hat.

Vielen Dank für die netten Fragen und ganz liebe Grüße an alle Fanclubmitglieder. Hoffe wir sehen uns bei dem ein oder anderen Fanclubtreffen.
Ralph

ralph

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